Verbandsversammlung bestätigt Preiserhöhungen für 2015

Bernd Kaussow zum neuen Verbandsvorsteher gewählt

Derental/Dielmissen. Genau wie in der Samtgemeinde Bevern und in Holzminden kommt auch der Wasserverband Ithbörde/Weserbergland um Preiserhöhungen in fast allen Geschäftsbereichen nicht herum. Das ergab die Verbandsversammlung in Derental, auf der die Geschäftsführung mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Jahresbericht 2013 und die Kalkulationen für 2015 vorstellten. In den Beratungen und einstimmigen Beschlüssen wurden die Weichen für das Entgelt in Sachen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung für das kommende Jahr gestellt. Neben den Preisen gab es auch personell einschneidende Veränderungen zu beschließen.    

Vor allem im Vorstandsbereich galt es, einige Positionen neu zu besetzen. Für den am 01. November ausgeschiedenen Verbandsvorsteher Günther Klenke rückt Bernd Kaussow als bisheriger Stellvertreter Klenkes auch offiziell bis 2016 in die Leitungsfunktion auf. Die Ernennung des 66-Jährigen Boffzers, der seit 2011 Mitglied des Vorstandes ist, erfolgte durch die Versammlung ebenso einstimmig wie die Wahl des Lüerdisser Ortsbürgermeisters Alfred Thies, der schon einmal bis 2010 im WVIW als stellvertretender Verbandsvorsteher tätig war und in diese Funktion als zweiter Vertreter auch gleich nach Wilhelm Brennecke als erstem stellvertretendem Vorsteher hinein gewählt wurde. Keine Wahl dagegen war bei dem neuen Boffzer Samtgemeindebürgermeister Uwe König nötig. Er ist kraft seines Amtes automatisch auch Vorstandsmitglied des WVIW und wurde auf der Verbandsversammlung lediglich offiziell eingeführt.

Aber auch in Bezug auf die Geschäftsführung wurde in Derental Neues öffentlich. Der Vorstand hat dem bisherigen Geschäftsführer Henning Stegie zum 30.06.2015 mit der Begründung gekündigt, dass das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört sei. Für Stegie, der seit 1998 die Geschicke des Verbandes lenkte, kam Andreas Hübel als stellvertretendem Geschäftsführer des Verbandes die Aufgabe zu, den Geschäftsbericht darzulegen und zur Vorstellung des Jahresberichtes 2013 durch den Wirtschaftsprüfer, Stefan Huskobla überzuleiten. Der konnte bestätigen, dass der Verband wirtschaftlich geführt wird auch wenn erwartungsgemäß ein Jahresfehlbetrag in Höhe von rd. 2,2 Mio. € festgestellt wird, welcher der Erstattung der Gelder an die Stadtoldendorfer Kunden geschuldet ist. Eine einmalige Belastung zwar, aber auch die Perspektiven lassen für Kostensenkungen keinen Raum. Besonders die Abschreibungslast aufgrund der zwingend notwendigen Investitionen in allen Bereichen und eine permanente, auch vom Wasserverbandstag diagnostizierte personelle Unterdeckung sowie allgemein die Betriebskostensteigerungen machen Entgelterhöhungen für 2015 unumgänglich.  

Die personellen Konsequenzen insgesamt, aber auch die sich durch die wirtschaftliche Gesamtsituation ergebenden Preissteigerungen hatten zur Folge, dass eine Entlastung von Geschäftsführung und Vorstand vertagt wurde. An der Notwendigkeit zur Entgelterhöhung ging dennoch kein Weg vorbei. „Wir haben die Pflichtaufgabe, die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung rechtsicher zu erfüllen“, wandte Andreas Hübel dagegen ein, „nicht zuletzt auch deswegen, damit unsere Kunden täglich Trinkwasser geliefert und Abwasser abgenommen bekommen“. Die dafür erforderlichen Aufwendungen aber sind es, das bestätigte auch der Wirtschaftsprüfer, die am Ende in der Kalkulation die Preiserhöhungen nötig macht.

Im Trinkwasserbereich stellen sich die Erhöhungen ab 01. Januar 2015 wie folgt dar: Während in der Samtgemeinde Boffzen die Versorgungspreise stabil bleiben, muss In der Versorgungsgebiet Bodenwerder und Eschershausen der Kubikmeterpreis von 1,50 € auf 1,85 € (1,98 € brutto)  bei gleichbleibendem Grundentgelt von 60,- € (64,20 € brutto) angehoben werden. Im Bereich der Altsamtgemeinde Polle steigt der Preis von 1,60€ auf 1,90€ (2,03 € brutto).

Noch deutlicher stellt sich der Bedarf zu Entgelterhöhungen im Abwasserbereich dar. In Boffzen steigt das Grundentgelt von derzeit 36,-€ auf 60,-€, während in Bezug auf den Kubikmeterpreis mit 2,80€ alles beim Alten bleibt.

In Polle dagegen wird genau wie im Bereich Eschershausen und Bodenwerder ab nächstem Jahr die Trennung von Niederschlagswasser und Schmutzwasserberechnung eingeführt. Dies hat für alle Grundstückseigentümer die erstmalige Berechnung von 0,15€ - bzw. 0,17€ für die Bereiche Eschershausen und Bodenwerder - pro Quadratmeter befestigter und überbauter Fläche zur Folge. Während im Bereich Bodenwerder dadurch der Schmutzwasserpreis pro Kubikmeter von 3,17€ auf 2,79€ gesenkt werden kann, muss in Polle ab 2015 dessen ungeachtet der Kubikmeterpreis bei 3,36€ bleiben. In Bereich Eschershausen  wird ein  Grundentgelt von 144,-€ erhoben, dafür aber das bisherige Mindestentgelt aufgehoben. Dafür sinkt der Kubikmeterpreis für die Beseitigung des Schmutzwassers von 3,53€ auf 3,07€. Zu der Variante entschlossen sich die Vertreter nicht zuletzt auch deswegen, weil damit gleiche Verhältnisse ins Sachen Grundentgelt wie im Bereich Stadtoldendorf und anderen Entsorgungsbereichen geschaffen werden. Im Entsorgungsgebiet Stadtoldendorf sinkt der Schmutzwasserpreis wie angekündigt zum Jahresanfang auf 3,39€, die Niederschlagswasserabgabe sinkt auf 0,38€ pro Quadratmeter.